{"id":264,"date":"2017-12-04T20:05:07","date_gmt":"2017-12-04T19:05:07","guid":{"rendered":"http:\/\/lovely-life.de\/?p=264"},"modified":"2019-07-30T21:46:02","modified_gmt":"2019-07-30T20:46:02","slug":"mooer-ge200-erster-kurzer-test","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/lovely-life.de\/?p=264","title":{"rendered":"Mooer GE200 &#8211; Test \/ Erste Erfahrungen"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich heute mit aktuellen Verst\u00e4rkern f\u00fcr die E-Gitarre besch\u00e4ftigt, wird auch das Thema Modelling mit auf der Liste haben. Am oberen Ende finden sich Kemper und Axe-FX als Rack-Versionen, im Mittelfeld Line 6 Helix und Headrush als Floorboard. Um im Einsteigerbereich gibt es unheimlich viel. Kleine \u00dcbungsverst\u00e4rker wie die erfolgreichen Yamaha THR, Club-taugliche Combos wie Line6 Spider oder Boss Katana. Und bei den Floorboard Modellen? Die sehen alle schon etwas \u00e4lter aus. Doch nun ist\u00a0ein neues auf dem Markt, das <strong>Mooer GE200<\/strong>. Ich habe es gleich gekauft und bin eifrig beim Testen. So viel sei vorab schon verraten: Das kleine Ding verf\u00fchrt zum Spielen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_281\" aria-describedby=\"caption-attachment-281\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-281\" src=\"http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"540\" srcset=\"http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-150x100.jpg 150w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-500x333.jpg 500w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-768x512.jpg 768w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-640x427.jpg 640w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-675x450.jpg 675w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-120x80.jpg 120w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-345x230.jpg 345w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200-570x380.jpg 570w, http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-281\" class=\"wp-caption-text\">Mooer GE200 &#8211; gut zum Spielen mit Kopfh\u00f6rer<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Geh\u00e4use \/ Optik<\/h2>\n<p>Das GE200 ist kleiner aber schwerer als ich anhand der Produktfotos und Beschreibung gedacht hatte. Es macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Display ist auch recht gro\u00df, nicht pixelig und gut abzulesen &#8211; das ist ein gro\u00dfer Unterschied zu \u00e4lteren Modellern wie dem Boss GT-100. F\u00fcr Menschen mit gro\u00dfen F\u00fc\u00dfen k\u00f6nnte es vielleicht schon etwas zu klein sein &#8211; mit Schuhgr\u00f6\u00dfe 43 passt es jedenfalls noch.<\/p>\n<p>Das Geh\u00e4use und das Expression-Pedal sind aus Metall und alle Schalter wirken hochwertig und robust. Bei den 3,5 mm Buchsen f\u00fcr Aux-In und Kopfh\u00f6rer bin ich mir nicht ganz so sicher, da sitzt der Stecker etwas schief drin. Was leider fehlt, ist ein Netzschalter. Zum Ausschalten muss man daher den Stecker vom Netzteil herausziehen oder eine schaltbare Steckdose benutzen.<\/p>\n<h2>Bedienung<\/h2>\n<p>Die Bedienung passiert im Wesentlichen mit einem Einstellrad (Dreh-Dr\u00fcck-Steller) und einer Reihe von Kn\u00f6pfen f\u00fcr die einzelnen Bausteine der Effektkette (Compressor, Overdrive, Amp, Cab, Noisegate, EQ, Modulation, Delay, Reverb) plus sieben zus\u00e4tzlichen f\u00fcr den Drumcomputer, die Systemeinstellungen oder SAVE zum Speichern eines Presets. Dazu kommt ein Drehregler f\u00fcr die Master Lautst\u00e4rke. Mehrere Einstellr\u00e4der w\u00e4ren bei den Verst\u00e4rkern und Effekten schneller, aber so ist es zumindest klein und sehr einfach. Lediglich die Drehrichtung des Einstellrads in den Men\u00fcs ist komisch: Ich w\u00fcrde intuitiv eine kreisf\u00f6rmige Bewegung erwarten, aber es geht von oben nach unten zeilenweise links nach rechts. Meist drehe ich daher erst einmal in die falsche Richtung.<\/p>\n<p>Problematischer ist da schon die <strong>kleine Schaltverz\u00f6gerungen<\/strong> nicht nur zwischen Presets sondern auch beim Umschalten der Effekte per CTRL. Ich sch\u00e4tze sie auf 0,5 Sekunden. Das ist nicht lange, aber man merkt es und muss einen Tick fr\u00fcher treten, als man es von analoger Technik gewohnt ist.<\/p>\n<p>Die diversen Overdrive \/ Booster \/ Distortions sind vereinheitlicht. Alle haben Gain, Tone, Volume. Dadurch gehen viele Eigenarten der Original-Pedal verloren. Auf der anderen Seite kann man aber auch die Settings setzen und dann einfach mal durch die verschiedenen Overdrives durchprobieren. Bei den Amps ist es genau so. Allerdings ist die Lautst\u00e4rke dort sehr unterschiedlich, die cleanen sind viel leiser als die High Gain Modelle. Das mag realistisch sein, ist dann aber doch etwas unpraktisch und man muss das Preset-Volume an den leisesten Amp anpassen &#8211; das h\u00e4tte besser gleich Mooer f\u00fcr uns machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Windows Software <strong>Mooer Studio<\/strong> kann man sich von der Webseite runterladen. Au\u00dfer Import und Export von Presets kann sie aber nichts mehr als das Ger\u00e4t. Immerhin kann man so Backups machen, Presets leicht mit anderen tauschen und auch die Namen schneller eingeben als am Ger\u00e4t. Praktisch w\u00e4re ein Hoch-\/Runterschieben der Presets zum Umsortieren, damit sie so liegen, wie man es in einem Song \/ Set braucht.<\/p>\n<h2>Klang<\/h2>\n<p>Der Sound des GE200 gef\u00e4llt mir gut. Es gibt 50 Presets mit Cab-Sim angeschaltet, 50 fast gleiche ohne und 50 auch noch ohne Amp-Model an &#8211; vorhanden sind die trotzdem &#8211; und 50 leere Pl\u00e4tze. Unter den ersten 50 bzw. 100 habe ich gleich 5 gefunden die mir gut gefallen. Sie sind nicht mit Effekten \u00fcberladen, nur das Delay war mir teilweise zu viel &#8211; zwei Knopfdr\u00fccke und aus ist es.<\/p>\n<p>Die <strong>Amp-Modelle<\/strong> klingen sehr gut, im Vergleich etwas besser als beim Yamaha THR10X w\u00fcrde ich sagen, aber vielleicht liegt es auch daran, dass man sie detaillierter Einstellen kann. Mir gefallen die Amps, die ich auch real mag, ich denke das ist ein gutes Zeichen: Roland Jazz Chorus 120, Marshall Plexi, JCM800, JCM900, Soldano SLO 100, ENGL Powerball und Jet City JCA 100. Hundertprozentig exakt wie das Original sind sie wohl nicht, allein schon wegen der anderen Regler. Aber sie sind nahe genug dran um die unterschiedlichen Verst\u00e4rker ein wenig auszuprobieren und stimmige Setups zu erstellen.<\/p>\n<p>Bei den Lautsprechern gibt es viele 4&#215;12, die aber erstaunlich unterschiedlich klingen &#8211; etwas mehr als in der Realit\u00e4t, w\u00fcrde ich sagen. Die Auswahl des Mikrofons und dessen Position spielen dann auch noch einmal eine gro\u00dfe Rollen. Dadurch kann der selbe Amp mit den gleichen Einstellungen dann von brizzelig hell bis dumpf bassig klingen. Auch hier findet man seine pers\u00f6nlichen Favoriten und arbeitet dann damit. Die klassische Marshall 1960 mit SM57 finde ich einen guten Ausgangspunkt.<\/p>\n<p>Effekte benutze ich wenig, aber Analog Chorus, Delay und Room \/ Hall Reverb klingen so wie sie sollen. Die Auswahl an Overdrives ist gro\u00df, der Tube Screamer 808 ist in vielen Presets und tut was er soll. Sehr nett sind auch das Barber Direct Drive und das Fulltone Fulldrive &#8211; die kannte ich vorher noch nicht.<\/p>\n<p>Neben den Koph\u00f6rer spiele ich den Mooer GE200 \u00fcber den Aux-In des Yamaha THR 10X. Das klingt gut, aber auch ein wenig boxig. Das ist genau der Eindruck, den ich auch bei den Amps des Yamaha habe, also liegt es vermutlich an dessen Lautsprechern und Geh\u00e4use. An meinem ENGL Gigmaster R\u00f6hren-Amp mit DV Mark Neoclassic 1&#215;12&#8243; habe ich auch getestet. Dabei macht es kaum einen Unterschied ob ich den GE200 direkt in FX-Return oder vor dem Clean Channel setze. Ohne Cab-Sim gef\u00e4llt es mir klanglich aber gar nicht, viel zu grell und brizzelig im Vergleich zum Kopfh\u00f6rer, das bekomme ich mit dem EQ des Verst\u00e4rkers oder im GE200 nicht in den Griff. Mit Cab-Sim klingt es dann etwas zu dumpf, aber mit etwas weniger Bass und deutlich mehr H\u00f6hen wird es angenehm. Nun klingt der R\u00f6hren-Amp wesentlich offener und druckvoller als der Yamaha, mehr wie ein echter Amp &#8211; sehr sch\u00f6n. Wie es sich mit einem gr\u00f6\u00dferen FRFR- oder PA-Lautsprecher anf\u00fchlt, konnte ich leider nicht testen, denke aber es wird gut nutzbar sein.<\/p>\n<h2><b>Problemchen<\/b><\/h2>\n<p>Neben den vielen Dingen, die mir am Mooer GE200 gut gefallen, gibt es aber auch eine Reihe von Dingen, die etwas unpraktisch sind.<\/p>\n<ul>\n<li>Wie bereits oben beschrieben, sind die Verst\u00e4rker-Modelle unterschiedlich laut.<\/li>\n<li>Beim Wechsel des Verst\u00e4rker-Modells wechselt auch die Box immer mit, inklusive der Endstufenr\u00f6hren (die auch bei der Box in &#8222;Cab&#8220; zu finden sind). Das mag praktisch sein, wenn man zwischen Combo-Verst\u00e4rkern wechselt und den typischen Sound sofort haben will. Es ist aber unpraktisch, wenn man z.B. die Marshall 4&#215;12 mag und beim Wechsel vom JCM800 auf einen Soldano SLO100 auf einmal eine Soldano 4&#215;12 hat, die deutlich anders klingt.<\/li>\n<li>Am Kopfh\u00f6rer finde ich die Settings etwas basslastig (liegt vermutlich an meinen Kopfh\u00f6rern), am Gitarren-Amp (ohne Cab-Sim) hingegen etwas kratzig. Hier fehlt mir ein Master-EQ zum Feintuning aller Presets auf einmal, oder besser noch je einer f\u00fcr jeden der drei Ausg\u00e4nge, dann k\u00f6nnte man Monitor \/ PA \/ Kopfh\u00f6rer einzeln optimieren.<\/li>\n<li>Die Einstellungen Cab an\/aus f\u00fcr L-Out \/ R-Out wirkt sich auch auf den Kopfh\u00f6rer aus. Das macht f\u00fcr mich keinen Sinn.<\/li>\n<li>Der Aux-In des GE200 ist\u00a0nicht einstellbar und viel zu leise &#8211; zumindest mit meinem Handy. Beim Yamaha THR passt es hingegen perfekt, an meinem Handy liegt es also nicht. Ein Level-Regler wie beim Guitar-In w\u00e4re sinnvoll.<\/li>\n<li>Bei den Rythmus-Pattern wird das Volume gespeichert aber nicht die Geschwindigkeit (bpm). Das ist unpraktisch zum Durchprobieren. Ohnehin sind es zwar nicht wenige unterschiedliche Drum-Pattern, aber pro Stilrichtung nur eins, da ist die Auswahl recht beschr\u00e4nkt. Auch werden sie nicht mit den Presets gespeichert.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Erstes Fazit<\/h2>\n<p><strong>Das GE200 ist ein g\u00fcnstiger Einstieg in die gro\u00dfe Welt des Amp Modelling. Es macht Spa\u00df damit zu experimentieren und ich brauche sicher noch lange um das ganze Potential der kleinen Kiste zu entdecken und zu nutzen. Praktisch finde ich ihn um Songs nach- oder mit zuspielen und daf\u00fcr die passenden Sounds zu basteln. Vor allem kann man damit gut mit Kopfh\u00f6rer spielen ohne den Rest der Familie zu st\u00f6ren. Mooer sollte allerdings noch einige Problemchen bei der Bedienung mit einer neuen Firmware korrigieren.<\/strong><\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.mooeraudio.com\/?product\/201709225660.html\">Mooer GE200 Webseite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.thomann.de\/de\/mooer_ge_200.htm?partner_id=79753\">Thomann GE200 Produktseite<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sich heute mit aktuellen Verst\u00e4rkern f\u00fcr die E-Gitarre besch\u00e4ftigt, wird auch das Thema Modelling mit auf der Liste haben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":281,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":""},"categories":[20,14,19],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/lovely-life.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Mooer-GE200.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9nL42-4g","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/264"}],"collection":[{"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=264"}],"version-history":[{"count":31,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/264\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1030,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/264\/revisions\/1030"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/281"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/lovely-life.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}