Mein zweites Jahr E-Gitarre

Während mein erstes Jahr ganz im Zeichen der Rhythmusgitarre stand, habe ich mich im zweiten auch an die Leadgitarre gewagt.

In der ersten Jahreshälfte habe ich dabei vor allem neue Lieder für die Band gelernt, diesmal dann eben mit Soli. Da ich der einzige Gitarrist in der Band bin, war das logisch, aber auch eine echte Herausforderung auf die ich Lust hatte. Zunächst lernte ich einfachere Sachen wie “Zombie” von den Cranberries, dann aber auch das Solo zu “Smoke On The Water”. Die Krönung für mich war, dass ich die Band überzeugen konnte “Alive” von Pearl Jam in Repertoire zu nehmen, eines meiner Lieblingslieder. Dazu habe ich dann das zweiminütige Outro-Solo gelernt. Es hat Monate gedauert und ich musste einige Vereinfachungen vornehmen (z.B. 16tel statt zwei 32tel), aber ich kann es jetzt spielen und das finde ich super cool und einen großen Erfolg für mein zweites Jahr.

Nebenbei habe ich natürlich auch etwas an meinem Equipment gefeilt. Zuerst habe ich weitere Pedal ausprobiert, um meinen Overdrive-Sound zu verbessern. Dann wurde es aber doch ein Wechsel des Verstärkers. Der ENGL Gigmaster 15 ging und es kam der Laboga The Beast und zwar gleich zweimal: einmal als 15W Combo für zuhause und einmal als 30W Topteil für den Proberaum. Schon vorher gab es den Wechsel von der 1×12 V30 ENGL Box auf eine 2×12 Marshall 2061CX in die ich Celestion Century Vintage Speaker eingebaut habe – ein toller Sound und dank Neodym Magnet auch angenehm leicht. Auch der Laboga Combo erhielt einen, der eingebaute Seventy 80 war nämlich nicht so überzeugend.

DH Junior Racer

Auch bei der Gitarre gab es etwas neues. Schon zum Ende meines ersten Jahres hatte ich angefangen eine gebrauchte Kit Gitarre aufzuarbeiten. Es ist eine Precision Guitars Les Paul Junior Doublecut mit einem einzelnen Humbucker am Steg. Ich habe sie entlackt, den Korpus und Hals nach meinen Wünschen ergonomisch angepasst und etwas gegen die Kopflastigkeit getan. Dann wurde sie gebeizt, lackiert, ein passendes Pickguard gefertigt und neue Mechanik und Elektrik montiert – darunter einen Suhr Doug Aldrich Pickup und eine PTB-Schaltung. Herausgekommen ist ein Rock Arbeitstier, das ich DH Junior Racer getauft habe. Mit 2,6 kg ist es angenehm leicht, der Zugang zu den hohen Bünden ist super und auch der Klang ist etwas spritziger als bei meiner Gibson Les Paul. Das alles zusammen sorgte dafür, dass ich die Gibson relativ bald kaum noch benutzt habe. Nebenbei begann ich mit der Planung einer kompletten Custom Gitarre mit einem eigenen Design, für das ich auch weitere Ergonomische Studien angestellt habe. Inzwischen ist sie bei einem Gitarrenbauer im Bau – mehr dazu verrate ich, wenn sie im Laufe der nächsten Monate fertig wird.

Zum Ende des Jahres hin, habe ich dann angefangen wieder an den Grundlagen zu arbeiten, erneut mit dem Solo im Blick. Also habe ich die E Moll Pentatonik in ihren fünf Positionen gelernt, mit verschiedenen Übungen und Spielweisen.

Das war mein zweites Jahr. Wenn man dabei ist, die Gitarre zu lernen, sollte man ein kleines Tagebuch führen. Bei mir war es die ersten Monate eine tägliche Notiz, dann den Rest des Jahres eine wöchentlich und nun im zweiten Jahr nur noch monatlich. Das ist wenig Aufwand und man sieht im Rückblick sehr schön, was man alles geschafft hat. Gefühlt war es in diesem zweiten Jahr weniger als im ersten, aber wenn ich mir meine Notizen jetzt anschaue, dann ist doch wieder eine ganze Menge passiert und ich habe viel gelernt. Ich bin gespannt, wie es im dritten Jahr weitergeht.

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.